Mit einer Stadtteilkonferenz für Engagierte Anwohnerinnen und Anwohner und das Offene Netzwerk Schmellwitz trat am 29. November 2025 eine neue Anwohner-Initiative aus Neu-Schmellwitz in die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Initiative Jugend und Kultur e.V. organisierten „Kiez macht Schmelle“ (KMS) die Veranstaltung rund um die Problemlagen der Menschen in Neu-Schmellwitz und stießen Diskussionen an, wie Akteure im Stadtteil zusammenarbeiten können, um positive Veränderungen anzustoßen.






Neu-Schmellwitz aus verschiedenen Perspektiven
Über 40 Personen nahmen an der Konferenz teil, sodass das Kultur- und Begegnungszentrum „7512“ voll besetzt war. Dazu zählten Vertreterinnen und Vertreter von Sozialen Trägern sowie Anwohnerinnen und Anwohner. Für Initiative Jugend und Kultur e.V. stand dabei im Zentrum, die Arbeit im Projekt „Kiez macht Schmelle“ vorzustellen und einen konstruktiven Austausch zwischen den etablierten Engagierten im Stadtteil und der Anwohner-Initiative „Kiez macht Schmelle“ herzustellen. Für KMS selbst ging es darum, sich selbst als neuen Akteur im Stadtteil vorzustellen, der die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner im Netzwerk vertritt und so die Perspektiven dort ergänzt.
Verstehen, um zu verändern
IJK stellte als ersten großen inahltlichen Block eine umfangreiche Stadtteilanalyse vor, welche im ersten Projektjahr angefertigt wurde. Aus der Zusammenführung von zahlreichen Interviews mit Expertinnen und Experten, Begehungen mit Anwohnerinnen und Anwohnern und viel mehr strukturierten Befragungen im Stadtteil wurde so für alle ein umfassendes Bild der Problemlagen, Hoffnungen und des Veränderungswillens im Stadtteil gezeichnet.








Die Analyseergebnisse zeigen deutlich, dass es in Neu-Schmellwitz einen starken Spannungsbogen zwischen dem Gefühl starker Vernachlässigung des Stadtteils und gleichzeitig einer großen Vielfalt sozialer Unterstützungsangebote und engagierter Träger gibt. Während Expertinnen und Experten vor allem in Stadtumbau-Vorhaben große Hoffnungen setzen, richten die Menschen, die im Stadtteil wohnen ihren Blick viel mehr auf weitere lebensnahe konkrete Unterstützungsangebote. Es gibt einen Willen zur Veränderung, wenn diese gut organisiert wird und auch Ursachen angeht. Gleichzeitig wirken Frust und Enttäuschungen aufgrund von Rückbau und Verfall im Stadtteil.
Stimme des Stadtteils: Kiez macht Schmelle stellt sich vor

Kein „Sprechen über“, sondern mit und durch die Menschen aus Neu-Schmellwitz: Mit diesem Anspruch gestaltete Kiez macht Schmelle (KMS) die Konferenz mit und stellten ihre Aktivitäten vor. Bei KMS engagieren sich Menschen von Anfang 20 bis ins Rentenalter, sind schon den Großteil ihres Lebens in Neu-Schmellwitz oder erst ganz frisch hergezogen, haben verschiedene Muttersprachen und bringen viele verschiedene Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Gemeinsam haben Sie alle, dass sie etwas verändern wollen in Neu-Schmellwitz. Erst im August gegründet, sind die engagierten Menschen von KMS schon bald in Aktion getreten. Den Start machten sie einem Stadtteilspaziergang, der gemeinschaftliche von einem Ur-Schmellwitzer und erst vor kurzem Zugezogenen organisiert wurde, um Neu-Schmellwitz gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen.




Der Anspruch von KMS ist es, dazu beizutragen, dass Anwohner-Interessen ernst genommen werden und dazu beizutragen, das auch praktische Veränderungen im Sinne aller erreicht werden. Deshalb nahmen sie sich schon im September einem Thema an, das viele Menschen in Neu-Schmellwitz umtreibt: den überlaufenden Sperrmüllhaufen. Gemeinsam entwarfen sie Hinweisschilder in mehreren Sprachen, um auf die Möglichkeit hinzuweisen, den Speermüll kostenlos von einem Entsorgungsunternehmen abholen zulassen statt den Stadtteil zu belasten. Sie besorgten das Material, bauten die Schilder aus Holz, versiegelten die Oberflächen und stellten sie an 12 Müll-Hotspots auf.
In Zukunft will die Gruppe auch größere Probleme im Stadtteil angehen. Bei KMS sind alle willkommen, die mit anpacken wollen und bereit sind anderen mit Respekt und Offenheit zu begegnen. Schaut auf dem Linktree der Gruppe vorbei!
Stadtteil-Umfrage: Welche Probleme betreffen euch am meisten?
Damit auch wirklich mehr Meinungen aus dem Stadtteil einfließen, hat IJK im Vorfeld zur Konferenz eine Online-Umfrage gestarten und gemeinsam mit KMS Neu-Schmellwitz Menschen befragt. Wir wollten wissen: Welches der drei Hauptprobleme, die sich aus den zahlreichen Befragungen im Jahresverlauf ergaben, betreffen euch am meisten – die Vernachlässigung des Stadtteils, Wohnungsprobleme oder mangelnder Austausch und Begegnung? Bis zur Konferenz nahmen über 100 Personen teil und entschieden sich zu über 60% dafür, dass sie die Vernachlässigung des Stadtteils (z.B. fehlende Einkaufsmöglichkeiten, fehlende Ärzte, Verschmutzung, schlechte Straßen/Wege) am meisten betrifft. Für KMS bedeutet das, sich im nächsten Jahr darauf zu konzentrieren, an positiven Veränderungen in diesem Bereich zu arbeiten.
Zusammenarbeit im Netzwerk Schmellwitz
Mit viel Input gingen Profis, Anwohnerinnen und Anwohner und KMS dann ins Gespräch über die Stadtteilanalyse und die zukünftige Rolle von KMS im Stadtteil. Wie kann eine gute Zusammenarbeit im Sinne der Menschen im Stadtteil aussehen? Was muss beachtet werden und wie können sich alle Beteiligten gegenseitig unterstützen?

Im Ergebnis wurde klar, dass KMS im Offenen Netzwerk als neuer Partner willkommen geheißen wird und sich die bisherigen Beteiligten mehr von den Stimmen der Anwohnerschaft wünschen, die KMS einbringt. Alle einigten sich darauf, dass eine gute Abstimmung und gegenseitige Unterstützung wichtig sind.
Wir freuen uns nach dieser mutmachenden Veranstaltung darauf, mit KMS und den Akteuren aus dem Offenen Netzwerk gemeinsam positive Veränderungen für Neu-Schmellwitz voran zu bringen!
Dieses Projekt wird unter dem Titel „Kiez macht Schmelle. Community Organizing für eine resiliente Zivilgesellschaft“ gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
